Projektbericht

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  • Projektbericht

    Mama-Lydiah-Haus:

    In den letzten Jahren wurde uns immer mal wieder aus Kenia von häuslicher Gewalt in Familien und extremer Vernachlässigung von Kindern berichtet. Aufgrund eines extremen Notfalles, bei dem ein Kind mit polizeilicher Unterstützung aus der Familie herausgeholt werden und anderweitig untergebracht werden musste, entstand die Idee von einer sicheren Unterbringungsmöglichkeit auf dem Schulgelände…

    Da erste Kinder bereits in der Schule notdürftig in Klassenräumen untergebracht waren, war ein baldiger Bau eines geeigneten Gebäudes von Nöten. Dank der Aktion eines sehr engagierten Paten und vielen anderen Spendern, konnte bald darauf mit dem Bau begonnen werden. So entstand hinter dem Schulgebäude ein Anbau an die bereits vorhandene Küche. Der Anbau beinhaltete je ein Zimmer für Jungen und Mädchen und einen Aufenthaltsraum. Doch es fehlte an Mobiliar und vielen Dingen für den täglichen Bedarf. Die Kinder schliefen auf dem Boden und wurden durch das Schulpersonal betreut.

    Bald darauf wurde durch die Schulleitung eine Hausmutter angestellt. Truphosa Alange ist 24 Jahre alt und hat eine Ausbildung im Pflegebereich absolviert. Die Hausmutter schlief bei den Mädchen mit im Zimmer. Doch bald platzte das Haus aus allen Nähten, so dass die Schulleitung beschloss, einen weiteren Anbau an das Haus zu setzen, wo die Mädchen und die Hausmutter mit einem eigenen kleinem Raum sowie eine integrierte, verschließbare Waschnische unterkamen.

    Die Jungen teilten sich daraufhin die zwei Zimmer im ersten Anbau.



    Aufgrund einer weiteren Aktion unseres Paten und vielen weiteren Spendern konnte so viel Geld gesammelt werden, dass die fehlenden Betten und Einrichtungsgegenstände für die Kinder gekauft werden konnten. Während meines Aufenthaltes zur Jahreswende verbrachte ich eine Woche vor Ort um u.a. die Umsetzung der eingegangenen Spendensumme in Höhe von 1.901,00 Euro durchzuführen.

    Bei meinem ersten Rundgang erfolgte eine Bestandsaufnahme der noch fehlenden Betten, Metallboxen, Bettlaken, Decken, Wasserbottichen, aber auch Geschirr für die Küche und geeignetem Sitzmobiliar für den Aufenthaltsraum. Bis dato improvisierten die Kinder mit kombinierten Schulbänken und –tischen, um ordentlich essen und lernen zu können.

    Aufgrund der weiter angewachsenen Zahl von Kindern wurde dann mit der Schulleitung beschlossen, die Jungen aus den zwei Zimmern herauszuholen und dieses Gebäude komplett den Mädchen zu überlassen. Einer der neu gebauten Klassenräume im Erdgeschoß wurde zum Jungenschlafsaal umdeklariert.

    Die noch fehlenden Betten wurden bestellt und ein Schreiner mit der Fertigung von neuem Tischen und Bänken für den Aufenthaltsraum beauftragt. Der Einkauf der Matratzen, Decken, Bettlaken und des Geschirrs für die Küche wurde in einem großen Supermarkt in der nächstgrößeren Stadt Kisumu getätigt. Die Wasserbottiche für die Kinder wurden auf dem Markt bei einem Händler in Kisumu beschafft.


    Im Dezember war die ganze Schule während meines Aufenthaltes über Weihnachten geschlossen, so dass die Verteilung der Spenden an die Kinder erst im Januar erfolgen konnte.

    Im Januar, während meines zweiten Aufenthaltes, sollte die Ausgabe an die Kinder erfolgen. Die Betten waren mittlerweile eingetroffen und der Klassenraum entsprechend fertig gestrichen und gesäubert worden, so dass die Jungen kurzfristig den Klassenraum beziehen konnten und die Mädchen sich in den ehemaligen Jungenzimmern ausbreiten konnten.

    Zum Jahresbeginn hatten wir weitere Zugänge, so dass jetzt aktuell 32 Kinder (14 Mädchen und 18 Jungen) das Boardinghaus bewohnen. Es bestehen zur Zeit sieben Boardingpatenschaften für Jungen und fünf Boardingpatenschaften für Mädchen. Weitere fünf Kinder werden privat unterstützt. Für die restlichen Kinder werden weitere Paten gesucht.

    Die Ausgabe erfolgte am 13. Januar 2010. Alle gekauften Sachen wurden im Schulhof gestapelt und durch Truphosa an die Kinder verteilt, da sie den genauen Überblick hatte, bei welchem Kind was fehlte.



    Dank dieser Aktion verfügt nun jedes Kind im Boardinghaus über ein eigenes Bett, zwei Bettlaken, einer warmen Wolldecke und einem Wasserbottich. Aufgrund der unerwarteten Neuzugänge konnte nicht jedes dieser Kinder mit einer der gekauften Metallboxen ausgestattet werden. Aber auch hier wurde improvisiert, so dass sich bis auf weiteres teilweise zwei Kinder eine Box teilen (es sind aber nicht viele Kinder und meist Geschwister).
    Der Aufenthaltsraum wurde dann auch mit zwei neuen großen Tischen und jeweils zwei dazugehörigen Bänken ausgestattet, so dass nun das Essen geregelt und ein ordentliches Lernen von statten gehen kann.



    Die Ausstattung der Küche wurde mit je 40 neuen Metalltellern- und –bechern (Plastikgeschirr ist bei einem Boardinghaus durch die kenianischen Behörden nicht erlaubt), Gabeln, Messern und Löffeln, einem größeren Schneidemesser für die Zubereitung von Kohl und Sukuma Wiki, zwei großen Wärmekannen, Schneidebrettern und Aufbewahrungsmöglichkeiten für das Besteck verbessert, so dass die Kinder nun gleichzeitig ihre Mahlzeiten einnehmen können.

    Für den Müll wurde auch noch ein Plastikmülleimer eingekauft, so dass die Sammlung in einfachen Plastiktüten, und damit extreme Geruchsbelästigung entfällt. Aus allgemeinen Spenden wird auch noch Mobiliar für die bessere Aufbewahrung der Kochutensilien und des Geschirrs und Besteckes finanziert werden. Eine Planung fand während meines Aufenthaltes statt, die Umsetzung ist zurzeit in Bearbeitung.

    Mit der Schulleitung wurde weiterhin vereinbart, dass Hygieneartikel in der Boardingpatenschaft enthalten sind. Die übrigen Kinder versuchen wir nun über Spenden vor allem mit Seife (auch für die Kleidungswäsche), Toilettenpapier, Zahnpasta und Zahnbürsten, aber auch mit Binden für die älteren Mädchen, zu versorgen.

    In den vorhandenen Räumlichkeiten gibt es noch Kapazitäten für die Aufnahme weiterer Kinder. Allerdings ist aufgrund von Platz- und finanziellen Problemen zurzeit keine Erweiterung des Boardinghauses Zeit geplant. Durch die Umsetzung der eingegangen Spendengelder konnte die Lebenssituation und das Wohlbefinden der Boardingkinder erheblich verbessert werden.

    Vielen Dank dafür!
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